Schule Emmetten

ORS Emmetten-Seelisberg

Das pädagogische Konzept 

Das pädagogische Konzept hinter esprit setzt sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen. Die Grundidee, auf der das Konzept aufbaut, ist die Erkenntnis, dass jeder Mensch Dinge auf seine ganz eigene Art und in seiner eigenen Zeit lernt. Im herkömmlichen Schulsystem kann dem nur bedingt Rechnung getragen werden. Es werden zwar in den herkömmlichen Klassen Jugendliche des gleichen Alters zusammengenommen und es wird darauf geachtet, dass in den jeweiligen Klassenstufen altersgemäss unterrichtet wird, doch kann man auch bei Klassen von 20 Schülern nicht davon ausgehen, dass tatsächlich alle Schüler auf dem gleichen Wissens- und Leistungsstand sind. Mit dem herkömmlichen Unterricht erreicht man im Allgemeinen einen grossen Teil der Schüler, aber längst nicht alle.

 Ausserdem ist es erwiesen, dass die Nachhaltigkeit von Lernen in dem Masse steigt, in dem der einzelne Lernende einen Sinn hinter seinem Lernen sieht und selbst die Verantwortung für sein Lernen übernimmt. Im herkömmlichen Unterricht ist das nur selten der Fall. In der Regel werden die Themen von der Lehrperson vorgegeben und in einem normalerweise recht strengen Zeitrahmen bearbeitet. Das führt oft dazu, dass Schüler die ihnen vorgesetzten Themen bearbeiten und eine gewisse Zeit auch wieder geben können. Die Nachhaltigkeit des Lernens ist aber nicht immer gegeben, was sich daran zeigt, dass Schüler in Wiederholungsphasen nicht immer auf schon erlerntes Wissen zurückgreifen können. 

Das Schulkonzept esprit will dem mit Hilfe von drei entscheidenden Änderungen im normalen Schulalltag entgegen wirken.

Zum einen werden die Schüler im esprit bewusst als Individuen wahrgenommen und erhalten die Möglichkeit, sich – in einem gewissen Rahmen – ihrem eigenen Tempo und ihren eigenen Fähigkeiten entsprechend weiterzuentwickeln. Dies geschieht mithilfe von umfassenden Lernmaterialien, die eine eigenständige Bearbeitung des Lernstoffes ermöglichen – natürlich immer mit begleitender Hilfe der Lehrpersonen.

 Zum anderen wird den Schülern mehr Verantwortung für ihr Lernen übertragen, indem sie in einem gewissen Rahmen, selbst entscheiden, wann und in welchem Tempo sie sich mit vorgegebenen Themen auseinandersetzen und indem sie ihre Lernfortschritte dokumentieren und mit Hilfe eines Lerntagebuches reflektieren.

Zum dritten wird den Schülern in jahrgangsgemischten Klassen Gelegenheit gegeben, sich ihrer Entwicklung gemäss (und nicht ihrem Alter gemäss) weiterzuentwickeln. Dies ermöglicht Schülern, falls sie interessiert sind, auch über ihr Alter hinaus sie ansprechende Fragestellungen zu bearbeiten oder, falls Schüler Schwierigkeiten mit Themen haben, diese auf einem einfacheren Niveau zu bewältigen.

Nicht der gesamte Unterricht wurde dabei umgestellt. Einzelne Fächer, wie z.B. die Sprachen, ICT, Berufsfindung und ähnliches werden im Moment noch in Jahrgangsklassen unterrichtet. Auch das Notensystem und die Orientierung  an den kantonalen Lehrplänen werden weiter übernommen. Innerhalb dieser von aussen gesetzten Rahmenbedingungen versuchen wir aber, neue Wege zu gehen. 

Im Schulsystem esprit sollen die Schüler mehr Verantwortung für ihr eigenes Lernen übernehmen und damit bewusster und nachhaltiger lernen. Dazu stehen ihnen verschiedene Hilfsmittel zur Verfügung und Lehrer, die zwar nicht mehr so deutlich als lehrende Personen auftreten, wie es vorher der Fall war, die aber als Lerncoach den Schülern dennoch mit Rat und Tat zur Seite stehen.